Am Dienstag, 26.05. , 240 sm liegen hinter uns, machen wir nach einem kleinen Picknick bei Landsicht um 15.30 Uhr in Carloforte fest – dem Hauptort einer kleinen Insel im Süden Sardiniens.
Welch andere Welt! Keine muffeligen, gelangweilten und zu keiner Hilfe fähigen und bereiten Marineros mehr. Keine Schicki-Micki-Kneipen mit gelifteten Gästen, keine Luxuskarossen. Bereits in der Hafeneinfahrt fängt uns ein Dinghi ab und begleitet und an unseren Liegeplatz. Die Stadt lebt, fröhliche Menschen flanieren auf den Straßen, kaum jemand spricht Englisch, niemand Deutsch, preiswerte Kneipen mit eigenständiger Küche, kleine Tante-Emma-Läden. Die Menschen sind freundlich und hilfsbereit. Wir sind begeistert.
Unsere hamburger Freunde Jessi und Sabine besuchen uns. Sie machten gerade auf Sardinien Urlaub und wollten nur mal hören wo wir gerade stecken.und hatten uns gerade noch beim Auslaufen von Mallorca auf dem Handy erreicht. Wir haben zwei schöne Tage miteinander und lernen diese Insel mehr und mehr lieben. Viel erinnert uns an die Isle d’Yeu in der Bretagne – nur ist es hier noch schöner, unverdorbener und nicht zuletzt auch deutlich billiger. Die Menschen auf der Isola die San Pietro (Petrus soll hier im Sturm gelandet sein) leben noch immer vom Tunfischfang und von der See (es gibt eine Seefahrtsschule, die bis hin zum Personal für Kreuzfahrtschiffe ausbildet). Die Insel ist arm. Die Mieten liegen bei 3 Euro/m2. Wir sind so begeistert von der Insel, dass wir uns vorstellen können, hier zu leben. Es ist nach der Ile d’Yeu in der Südbretagne und S’Arrocco auf Malloca der dritte Ort, in den wir uns auf dieser Reise verliebt haben.
Wir fahren mit der Fähre nach Calasetta, den Hafen der Nachbarinsel. Ein netter deutscher auf Sardinien stationierter Soldat nimmt uns in die Hauptstadt Sant Antioco mit. Doch San Pietro gefällt uns viel besser.
Es weht und weht - wir machen noch einen Ausflug mit dem Bus nach La Caletta, spazieren durch die Maccia und die schöne Landschaft. Essen bei Gemma und ihrer Tochter Nicoletta in der netten Strandkneipe exotische Thunfisch-Salate.