Dann erwischte uns die "Seekrankheit" wieder.
Im
Mai 2006 lernten wir in dem wunderschönen Stadthafen von Bastia auf
Korsika Segler kennen, die dort ständig auf ihrem Schiff leben.
Als
wir wenige Tage später wieder auf Deck der Fähre nach Italien saßen,
zurück schauten und weiße Segel am Horizont sahen, hatte uns beide der
Virus "Leben auf dem Wasser" wieder fest im Griff.
Cronologie der fünf Tage, die unsere ganze bisherige Lebensplanung zu einer Idee von Gestern werden ließ:
10.06.06 Nach 7 Wochen Korsika und Sardinien im Womo zurück in den Vogesen.
Für
mich stand fest: wenn wieder aufs Wasser, dann aber nicht mehr in 30
Grad Schräglage, sondern ganz gepflegt, aufrecht und unter Motor.
Meine Wahl fiel auf eine Nimbus 390 Commander. War es die Liebe zu mir oder zum Meer, die meinen Skipper zu einem Motorboot seine Zustimmung signalisieren ließ - wenn auch mit verdrehten Augen? Ich bin mir nicht sicher!
In der Sonne vorm Haus sitzend las ich
eine französisch Motoryachtzeitung, die schwungvoll im Papierkorb
landete, als mir aufging, wie viel Sprit so ein Boot in der Stunde
schluckte.
Völlig
naiv war ich an die Sache herangegangen. Doch schnell kam dann die
Erkenntnis, dass bei den weiten Törns, die ich im Hinterkopf hatte, der
Spritverbrauch unser Budget sprengen würde. Damit war klar, dass nur
wieder eine Segelyacht in Frage kommen konnte (was die Gesichtszüge
meines Skippers sehr entspannte).
Doch ein gewisses Maß an Lebensqualität wollte ich uns bewahren.
Kein Kellerschiff mehr! Ich wollte am Hafenkino teilhaben.
Es musste also ein Segler sein, der eine der Nimbus vergleichbare
Rundumsicht bietet. Da gab es nur eine Alternative: ein Schiff mit
Decksalon.
Ich rufe ins Haus: "Was gibt es eigentlich so alles an 12 m Segelyachten - aber kein "Kellerschiff!"
Was größeres wäre uns nie in den Sinn gekommen, denn für den, der vorher einen 31 Füßer fuhr, sind 39 Fuß ein Kreuzfahrtschiff.